Kontaktbanner
Hauptbanner_blauebalken.jpg

Warum Schwimmen keine Physiotherapie ist

Warum Schwimmen keine Physiotherapie ist 

Einige Hundehalter denken, dass Schwimmen die „Eierlegende Wollmilchsau“ der Hundephysiotherapie ist. Ihrer Ansicht nach ist Schwimmen universell einsetzbar und grundsätzlich das Beste was man tun kann. Woher dieser Irrglaube kommt weiß ich nicht, denn weder ein Pool noch ein Unterwasserlaufband sind notwendig für eine erfolgreiche Therapie!

Zum besseren Verständnis hier ein paar Beispiele:

1.) Arthrose
Für eine optimale Behandlung ist es bei der Arthrose zwingend erforderlich das betroffene Gelenk direkt zu behandeln.
Im Wasser kann zwar gelenkschonend trainiert werden aber z.B. Dehnungen der Gelenkkapsel oder das Gelenk im kompletten Bewegungsumfang bewegen ist nicht möglich, was nicht nur sinnvoll, sondern auch ganz entscheidend für den weiteren Verlauf der Arthrose ist.

2.) Konditionsaufbau nach einer OP oder längerer Pause bei Sporthunden
Durch das Training im Wasser wird die Kraftausdauer und das Herz-Kreislauf-System trainiert. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass während dem schwimmen sowie im Unterwasserlaufband andere Muskeln trainiert werden als beim Laufen auf festem Untergrund. Es werden ebenfalls andere neurologische Impulse gesetzt. Es ist also sinnvoller diese Nerven zu stimulieren die im Sport benötigt werden um einen positiven Effekt im Sport zu erzielen.

3.) Hunde mit einem gestörten (pathologischen Gangbild)
Einige Hunde gewöhnen sich z.B. durch Schmerzen eine Schonhaltung an die das Gangbild verändert. Diese Hunde müssen im Laufe der therapeutischen Behandlung das korrekte Laufen wieder erlernen. Durch Schwimmen ist diese Korrektur nicht möglich, da die Bewegung beim Schwimmen eine komplett andere ist als beim Laufen. Diese Hunde können nur, mithilfe eines Unterwasserlaufbandes bzw. auf dem festen Untergrund das gesunde (physiologische) Gangbild erlernen.

4.) Hunde mit Herz-Kreislauf-Problemen (häufig ältere Hunde)
Diese Hunde sollten nur unter strenger Aufsicht kurze Zeit schwimmen. Der erhöhte Wasserdruck drückt auf Brustkorb und Zwerchfell und erschwert so das Einatmen (Inspiration). Dies sollte unbedingt auch während einer Therapie berücksichtigt werden.

5.) Hunde mit neurologischen Problemen
Hier ist zu Beginn der Therapie, wenn der Hund nicht mehr selbst laufen kann, ein Hundepool sehr hilfreich aber kein Muss. Sobald Gehen und Stehen wieder möglich ist muss der Hund aber auch auf festem Untergrund trainiert werden.

Diese Liste könnte man noch weiter fortführen. Ich denke, dass es durch diese Beispiele verständlicher wird, dass Schwimmen und das Training auf dem Unterwasserlaufband als unterstützende Maßnahme (wie andere Geräte auch) zur Therapie eingesetzt werden können. Aber dass es weder erforderlich, noch besser als alles andere ist.
Im Gegenteil, es gibt durchaus auch Gelenkerkrankungen bei denen ein Hund nicht schwimmen sollte!

Es wird immer so bleiben, dass die Hände das wichtigste und effektivste Arbeitsmittel für Hundephysiotherapeuten ist - und diese sind durch nichts zu ersetzen!

Viele Grüße
Eure Steffi